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Kurdistan Diskussionsforum 20. Nov 2008, 14:24 *
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Autor Thema: yezidischer Literatur-Workshop mit Chaukeddin Issa  (Gelesen 1103 mal)
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Amos
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« Antworten #11 am: 14. Feb 2008, 14:42 »

Hier die neuesten Termine für die Workshops zu Chaukeddin Issas Buch
"Das Yezidentum - Religion und Leben"


Datum: Sonnabend, 16.2.2008
Zeit:      17:30 bis ca. 20:00 Uhr
Ort: Ezidxan - Zentrum der Eziden in Niedersachsen,
Reiherberg 2, 29229 Celle-Scheuen


(früheres "Soldatenheim" der Kaserne Celle-Scheuen),
Scheuen liegt am nördlichen Stadtrand von Celle, östlich der Straße Celle-Hermannsburg über Eversen. 
mit öffentlichem Nahverkehr: Busline 3 bis Haltestelle "Reiherberg", Buslinie 13 bis "Fritschstraße"



Datum: Sonntag, den 17. Februar 2008
Zeit: 14:00 Uhr
Ort: Yezidisches Forum e.V., Eidechsenstraße 19, 26133 Oldenburg, Seminarraum im Obergeschoss


Das Yezidische Forum Oldenburg ist zu erreichen:
per PKW von außerhalb: von der Ausfahrt 15 "OL-Kreyenbrück" in südlicher Richtung in die "Schützenhofstraße" einbieben, nach ca. 500 Meter links bis ans Ende der Eidechsenstraße (Sackgasse),
mit dem öffentlichen Nahverkehr:
Vom Bahnhofsvorplatz Bus 312 in Richtung Kreyenbrück bis zur Haltestelle "Krögerskamp" Linien 314 und 315 bis zur Haltestelle "Sandkamp".

« Letzte Änderung: 14. Feb 2008, 15:02 von Amos » Gespeichert

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« Antworten #12 am: 28. Feb 2008, 21:05 »

Einladung

zur Buchvorstellung „Das Yezidentum Religion und Leben“ von Chaukeddin Issa

Zeit:      Sonntag, den 02. 03. 2008, 14 Uhr
Ort:       Volkshochschule Bielefeld
                                Ravensberger Park 1
                                33607 Bielefeld
                                „Murnau Saal“ (Podiumsaal)

www.vhs-bielefeld.de/weg/parkplan.htm > s. Seite 2 auch!
 

Angesichts der Tatsache, dass Bielefeld und Umgebung (Bundesweit) zur neuen Heimat vieler Yeziden geworden ist, nehmen wir die Buchvorstellung zum Anlass, das Yezidentum, mit seiner Kultur, Religion und Leben für allen Interessierten hier vorzustellen. Der Berliner Autor Chaukeddin Issa ist deswegen Gast in Bielefeld. Den Interessierten wird dadurch eine besondere Gelegenheit geboten durch einen Vortrag über das Yezidentum, sich über das Buch und die darin enthaltene wichtigen Aspekte der yezidisch - kurdischen Kultur und Religion wie z.B. „Qewl´s (religiöse Texte) „das Gedächtnis des Yezidentum“ in deutscher Sprache im Anhang des Buches bereitgestellt und bereichert, zu informieren. Ferner bietet sich für das interessierte Publikum die Möglichkeit an, nach dem Vortrag mit dem Autor zu diskutieren.

Kurz zum Buch notiert:
Der Autor, selbst ein Yezide, versucht einen umfassenden Einblick in die Religion und das Leben der Yeziden zu geben wie es dies bisher zu diesem Thema im deutschen Sprachraum noch nicht gab. Er reflektiert die zentralen yezidischen Themen, wie den theologischen Aufbau, die Bräuche, Traditionen und die Lebenssituation der Yeziden in Deutschland. Mit seiner Publikation versucht der Autor alle Interessierten (welcher Nationalität und Religion auch), vor allem die yezidische Jugend, über ihre Religion und Kultur zu informieren und aufzuklären. Zudem bietet das Buch eine Hilfe die Yeziden besser zu verstehen und kennenzulernen evtl. vorherrschende Vorurteile abzubauen

Inhalt der Veranstaltung:
Begrüßung durch die Organisatoren? (Yezidische Gelehrte/Repräsentant Stadt Bielefeld)
Gebet bzw. musikalische Einführung in die Thematik
Einführende Worte von Karl G. Mund als Gastredner
Vorstellung des Autors
Vorstellung des Buches bzw. Vortrag über das Yezidentum
Pause: Traditionelles Kurdisches Büffet 
Gebet als Wiedereinstieg in die Thematik
Podiumsdiskussion unter Leitung von zwei Moderatoren
Der Eintritt ist frei!!

*Für das leibliche Wohl unserer Gäste wird mit einem traditionellen kurdischen Imbiss / Büffet gesorgt* Deswegen unsere Bitte, um Bestätigung der Teilnahme! > Hakimi_Luqman@hotmail.de
Einladung


Mit Bus und Bahn
Nach Hauptbahnhof Bielefeld und ab Hauptbahnhof:
>>Buslinien 350, 351, 369,
>Haltestellen: Volkshochschule oder Ravensberger Park
>>oder Stadtbahn Linien 1,2,3,4 bis Jahnplatz, umsteigen in den Bus ab Jahnplatz:  >>Buslinien 24, 25, 26, 27, Haltestelle Kesselbrink
>>oder Buslinien 21, 22, 29, Haltestellen Volkshochschule oder Ravensberger Park
Mit dem Auto: >A2 von Hannover nach Bielefeld Zentrum > Ausfahrt BI Zentrum, Detmolder Str. stadteinwärts – Zentrum. Links Teutoburger Str. bis Kreuzung Heeper Str. über die Kreuzung hinweg > die Volkshochschule liegt auf der rechten Seite. Ziel erreicht. >Ravensberger Park1<<>>Parkmöglichkeiten am Real Markt oder zwischen Wellenbad und Volkshochschule sind reichlich Parkmöglichkeiten!
>A1 Dortmund Richtung Bielefeld >>Zentrum Ausfahrt, ansonsten wie oben beschrieben!!
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« Antworten #13 am: 14. Apr 2008, 23:20 »

@ Miro:

Entdecke eben, als ich Kevoks Link noch einmal öffnete, dass ich bislang versäumt habe eine von Dir an mich gestellte Frage zu beantworten, die sich auf die Veranstaltung mit Chaukeddin Issa in Göttingen bezog. Die Frage bezog sich auf Bestrafung(smethoden) bei Verstößen gegen grundlegende religiöse Regeln.

Darüber ist in den vergangenen ca. 5 Jahren in Deutschland viel geredet und auch publizistisch (Presse, TV) berichtet worden. Es läuft dabei immer auf die sogenannte "Heiratsregel" hinaus, nach der Angehörige dieser Religionsgemeinschaft keine EhepartnerInnen aus anderen Religionen wählen dürfen. Andernfalls droht ihnen der Ausschluss aus der Gemeinschaft. Dies konnte unter Umständen in früheren Zeiten lebensgefährlich sein, weil der soziale Halt durch die Familie nicht mehr gegeben war und in gar nicht so seltenen Fällen die Aufnahme in die andersgläubige Partnerfamilie früher oder später scheiterte. Dann war der Rückweg versperrt. In Extremfällen, die es auch in unseren Tagen noch gibt, entstehen dabei Blutfehden (in Deutschland "berühmt" der "Fall Nazir Bulut", weil der verurteilte Täter inzwischen 2 Bücher zur Thematik geschrieben hat). Ein weiterer spektakulärer Fall im Raum Bielefeld/Osnabrück vor ca. 5 Jahren kam auch bis ins Fernsehen. Beides wurde ziemlich einseitig behandelt. Also da ist noch viel Klärungsbedarf. Meine Recherchen haben jedoch ergeben, dass so gut wie alle derartige "Fälle" nicht wegen sondern trotz der Religion geschehen, hauptsächlich, weil vielen Betroffenen überhaupt nicht klar ist, was Religion und was Brauchtum ist. Hier ist mit Chaukeddin Issas Buch ein Einstieg in diese Thematik gelungen, aber noch längst nicht der Abschluss einer umfassenden Aufklärung. Dafür müssen wohl noch weitere Bücher geschrieben, bzw. das vorhandene weiter verbreitet und diskutiert werden.

Dazu wird es in knapp 2 Wochen (voraussichtlich am 26. oder 27.4. in erreichbarer Nähe von Deinem Wohnort eine neue Veranstaltung zu Chaukeddin Issas Buch geben, nämlich in Rees am Niederrhein. Genauere Angaben über Zeit und Veranstaltungsstätte teile ich an dieser Stelle noch mit, wenn ich von der Veranstaltergruppe die Daten erhalte.
« Letzte Änderung: 15. Apr 2008, 00:29 von Amos » Gespeichert

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« Antworten #14 am: 14. Apr 2008, 23:49 »

Amos man muss aber m. E. nach zu diesen beiden "berühmten Fällen" dazu sagen, dass beide in keinster Weise auf die Religion zurückzuführen sind. Bei beiden Fällen handelt es sich um familäre Hintergründe.
In beiden Fällen sind "unschuldige" Menschen Opfer dieser Familienfähden geworden.

In dem Buch, konnte ich tatsächlich keine Antwort auf die Frage von Miro finden.. Ich denke, so eine Frage zu beantworten ist auch schwierig, denn in welcher Form z.B. der Austritt aus der Religionsgemeinschaft bestraft wird, ist von Familie zu Familie unterschiedlich.. Es gibt in der heutigen Zeit (Europa)  sehr viele, die der Religion ausgetreten sind, bisher sind keine Fälle bekannt, wo jemand getötet oder gelyncht wurde.
In Ausnahmefällen dulden die Eltern sogar den Austritt,  aus Schamgefühl der Gesellschaft gegenüber verstoßen sie jedoch die Tochter/Sohn oder pflegen nur einen "heimlichen" Kontakt zu der Person.
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« Antworten #15 am: 15. Apr 2008, 00:29 »

@ Kevok: Ich denke, dass ich in meinem letzten Beitrag bereits klargestellt habe, dass die "berühmten Fälle" nicht wirklich religiös bedingt waren:
Zitat
Meine Recherchen haben jedoch ergeben, dass so gut wie alle derartige "Fälle" nicht wegen sondern trotz der Religion geschehen, hauptsächlich, weil vielen Betroffenen überhaupt nicht klar ist, was Religion und was Brauchtum ist.
Dabei ist aber zu beachten, dass sowohl den beteiligten Yeziden wie den einheimisch christlichen Nachbarn vor allem diese Dir oder mir geläufige Unterscheidung zwischen Forderungen der Religion und Anforderungen der historischen Familienstruktur in der Regel nicht bekannt ist.

Die Religion legt eigentlich nur fest, und so stellt es auch Ch. Issa in seinem Buch dar, dass Yezide nur sein kann, wessen Eltern beide Yeziden sind. Wenn also ein Partner nicht Yezide ist, können die Kinder des Paares nicht als Yeziden gelten. Da in der kurdischen Tradition kinderlose Familien aber traditionell nur bei Unfruchtbarkeit eines Partners vorkommen konnten bzw. geduldet wurden, war eben eine Familie, deren Kinder nicht zur Gemeinschaft gehören konnten, keine Lösung. In der Diaspora in Deutschland sieht das natürlich anders aus, da lebt man ja auch nicht so aufeinander. Und es wird sicher da noch eine Entwicklung geben, ganz egal wie die führenden Leute in den Sippen oder in der gesamten Gemeinde darüber denken und reden. Und die Trennung von Eltern und Geschwistern mag hier psychologisch betrachtet immer noch mit viel Schmerz verbunden sein, ist aber nicht existenzgefährdend im wirtschaftlichen Sinne wie in dern yezidisch-kurdischen Herkunftsgebieten. Hier würden effektiv ökonomisch die Eltern viel schlimmer bestraft, wenn sie ihre Kinder aus der Familiengemeinschaft ausstoßen wollten.
« Letzte Änderung: 15. Apr 2008, 00:30 von Amos » Gespeichert

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« Antworten #16 am: 15. Apr 2008, 23:18 »

kevok& amos,

vielen dank für die wertvollen antworten. hoffe, dass nebst mir auch einige andere jetzt mehr über yezidentum wissen und ihre falsche vorstellung von dieser religionsgemeinschaft der kurden überdenken......
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