4. Kurdische Kulturtage
Rettet Hasankeyf – Stoppt Ilisu! Vereinigung der Jugendverbände aus Kurdistan KOMCIWAN BerlinAls Kultur kann man das gesamte soziale Erbe bezeichnen. Gemeint sind die kollektiv verbreiteten Gewohnheiten, die Wert- und Wissensbestände, die durch Sozialisation weitergegeben werden und somit das gesellschaftliche Leben strukturieren. Kultur ist für das kurdische Volk ein wesentlicher Bestandteil, an dem festzuhalten ist und ohne den das kurdische Volk ihre Existenz nicht begründen kann. Die Realität zeigt, dass sich heutzutage immer mehr Menschen von der Kultur entfernen und somit in eine Identitätskrise fallen, da sie quasi zwischen zwei Welten leben.
Mit den 4. Kurdischen Kulturtagen will der kurdische Verein dieser Erscheinung stückweise entgegenwirken, den Menschen die kurdischen Wurzeln allmählich näher bringen und dieses Jahr die antiken Kulturstätten und Landschaften Kurdistans, mit der einzigartigen Kulturlandschaft Hasankeyfs im Vordergrund, präsentieren.
Das Südostanatolienprojekt GAP (Güneydogu Anadolu Projesi)- für die einen ist es die Lösung der sozialen und wirtschaftlichen Probleme in den kurdischen Provinzen in der Türkei, für die anderen ist es ein Beispiel eines größenwahnsinnigen Projektes, mit dem eine ganze Region in den ökonomischen und ökologischen Abgrund gedrängt wird:
Kritiker befürchten, dass durch das Projekt mehr Nach- als Vorteile entstehen.
Neben ökonomischen und ökologischen Schäden droht hier der Untergang der historischen Stadt Hasankeyf und seiner teilweise Jahrtausende alten Kulturgüter.
Sollte das Staudamm- Projekt umgesetzt werden, werden nicht nur die einheimischen Menschen ihren Lebensraum und ihre Existenzgrundlage verlieren. Die Geschichte und Kultur, die die Wiege der Menschheit begründet haben, sind für alle Individuen ein wesentliches Element ihres Lebens.
Auch die kurdische Jugendorganisation KOMCIWAN Berlin beschäftigt sich und setzt sich für die Rettung Hasankeyfs ein.
Der Jugendverband aus Kurdistan wird am letzten Tag der kurdischen Kulturtage seine Vorbereitungen (Musik, Tanz, Theater und Kunst) vorstellen, die dazu führen sollen, das Selbstbewusstsein der kurdischen Jugendlichen zu stärken, das soziale Engagement dieser Menschen zu fördern und das oft negative Bild von Kurden in der Öffentlichkeit zu verbessern.
Kurdistan Kultur- und Hilfsverein e.V.
(KOMKAR-Berlin)
Paul-Lincke-Ufer 44 a
10999 Berlin
Tel.: 618 92 07 Fax: 6113319
www.kkh-ev.deVeranstaltungsort: Werkstatt der Kulturen
Wissmannstraße 32
12049 Berlin
(U-Bhf Hermannplatz)
Programm: Freitag, der 24.10.200818.00 – 21.00 Uhr: Eröffnungsempfang
· Bilderausstellung von Herrn Arif Sevinc (Diyarbekir)
· Diavorführung über die bedrohte Stadt Hasankeyf und anderen Sehenswürdigkeiten in Kurdistan
· Ausstellung von Literatur- und Musikartikeln
· Live-Musik mit Nûre
· Büfett-Eröffnung mit kurdischer Küche
Samstag, der 25.10.200814.00 - 15.30 Uhr: Dokumentarfilm „Und macht euch die Erde untertan“ (90- minütig) von Christoph Walder
PAUSE (30 Minuten)
16.00- 18.00 Uhr: Podiumsdiskussion über das Ilisu- Staudamm- Projekt
Referate von: - Dr. Mukaddes Sahin ( freie Journalistin)
- Heike Drillisch (WEED)
Moderation: Johannes Düchting
18.00- 19.00 Uhr: Diskussion
Sonntag, der 26.10.200814.00 Uhr: Willkommen, Folklore Koma Dîlan
14.30 - 15.30 Uhr: Kultur- und Identitätsproblem der kurdischen Jugendlichen
Referat von Dr. Jan Ilhan Kizilhan / Uni Freiburg (angefragt)
15.30 Uhr: Pause mit Büfett
16.00 - 17.00 Uhr: Theaterstück "Der Auftrag" von Karzan Mehmud
17.00 Uhr: Kurdische Musik mit Mizgin
19.00 Uhr: Ende
Weitere Infos findet Ihr hier.