@Lilith
vor zwanzig Jahren, als die Zeiten weitaus schwieriger waren, kritisierte Musa Anter täglich in seiner offenen und derben Art! Wer sich hinter Aysel Tugluk stellt, muss auch mit dem Kemalismus symphatisieren können!
Was nutzt Politik für Kurden, wenn wir nach Lilithscher Manier wider kurdischen Interessen agieren? Ihre Verhaltensweise ist ein symbolischer Angriff auf die Person Leyla Zanas: Kurden werden nicht "strikt hinter ihr stehen", während sie über die Köpfe der kurdischen Bevölkerung ihre eigene Politik betreibt.
Aysel Tugluk begeht einen großen Fehler: Sie ist von türkischer Seite äußerst unbeliebt und entfernt sich nun auch vom kurdischen Volk; in ihrem Beitrag auf
Radikal2 forderte sie unter der Überschrift "Die Rückkehr (Geri dönüş)" folgendes: Aysel Tugluk warnt hier vor einer neuen Verschwörung, ihrerseits mit "Rückkehr der Religion" benannt. Nichtsdestotrotz plädiert sie für eine Zusammenarbeit von Kemalisten, Linken, Oppositionellen und Intellektuellen gemeinsam mit Kurden, um eine gemeinsmame Front gegen das unbekannte Objekt "säkularer Islam" zu bilden, welches ihrer Meinung nach ein Werk der "Imperialisten" sei.
Schon in Radikal bewegte sie sich in ihrer eigenen Traumwelt unter der Überschrift
"Das Trauma von Sevre und die kurdische Empathie (Sevr travması ve Kürtlerin empatisi)" :
Der nationale Pakt (
Misak-i Milli ) soll eingehalten werden! Nordirak (Südkurdistan) ist ein Teil dieses Paktes! Kurden sollten die Türkei nicht als Kolonialist auffassen bzw. Türken sollten Kurden nicht als Separatisten betrachten!
Die Dame sieht einen Missbrauch des Kurdenkonflikts durch "Imperialisten" und schreibt:
"Aus unserer Sicht müssen wir nun fragen, wie sich die Kurden wohl verhalten werden. Denn wir glauben, dass die Ängste und Zweifel der Türken berechtigt sind und einem Kompromiss genügen könnten. Wir können leicht feststellen, dass die Türkei sich vor einer neuen Sevre-Gefahr sieht und genau diese Gefahr provoziert einen Konflikt zwischen Türken und Kurden."Weiterhin wütet sie in ihrem Beitrag gegen die "imperialistishe Besatzungsmacht" und deren Kurdenpolitik im Irak, wobei sie damit eine Aktualisierung des Traumas von Sevre erblickt.
Aysel Tugluk schreibt, dass der Verbündete der Kurden (in Südkurdistan) die Türkei sei und Südkurdistan ein Teil des nationalen Paktes darstelle; die Türkei solle also die Kurden nicht als Objekt und Ursache ihres Traumas betrachten.
Der nationale Pakt, dem ihrer Meinung nach im Grunde auch Nachbarländer angehören, ist ihrgemäß keine Besatzungsbegriff, sondern eine "herzliche Umarmung".
Über Atatürk schrieb sie schließlich:
"Als rettendes Motiv und historischer Traum hat sich Mustafa Kemal mit seinen historischen Handlungen bewährt. Er ist ein Wunder und darüberhinaus unsterblich; er war die Basis für eine Einheit."PS: Aysel Tugluk ist keine "kurdische Politikerin", da sie türkischer Herkunft ist!