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Kurdistan Diskussionsforum 01. Aug 2010, 12:06 *
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Autor Thema: Die Kurden - ein Buch von Ferdinand Hennerbichler  (Gelesen 1863 mal)
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Rewsen
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« am: 02. Dez 2007, 12:55 »





Kurden eigenständiges Volk - genetisch am engsten mit Juden verwandt

Da der Kurdenkonflikt derzeit einen neuen Höhepunkt in der Weltpolitik eingenommen hat, stellt wieninternational.at das Buch „Die Kurden“ seines Mitarbeiters Ferdinand Hennerbichler vor.

Kurden sind ursprünglich keine Iranier, auch wenn sie heute Iranisch sprechen, sondern ein eigenständiges Volk, das auf Ureinwohner im Nahen Osten zurückgeht und genetisch am engsten mit Juden verwandt ist.

Dies ist die Kernaussage des Buches „Die Kurden“. Eine umfassende Geschichte der Kurden von den Anfängen bis zur Gegenwart. Für alle, die den Gesamtzusammenhang des langen Konfliktes rund um das kurdische Volk insbesondere auch aufgrund der aktuellen Brisanz verstehen wollen, eine Pflichtlektüre. Für die Experten des “RMIB Geoscience” Verlages in Holland “die wichtigste neueste Publikation über Kurden“. In internationalen Fachkreisen wird das Werk von Ferdinand Hennerbichler als umfassendstes Standardwerk zum Thema Kurden eingestuft.


Ein kurzer Einblick in das Buch:

Kurden sind genetisch engste Verwandte von Juden: Kurden sind von ihrer ursprünglichen Herkunft her keine Iranier, auch wenn das viele glauben, weil Kurden heute Iranisch sprechen. Kurden gibt es aber in Gegenden, die sie noch heute bewohnen, schon lange vor ältesten dort lebenden Indoiraniern. Das beweisen neueste Genstudien. Kurden haben ursprünglich auch eine eigene vor-indoeuropäische Sprache gesprochen. Iranisch haben sie erst um die Mitte des 1. Jahrtausends vor Christus angenommen. Das Besondere daran: selbst ihr heutiges Iranisch zeigt noch ganz alte Wurzeln (wie volle Ergativität), die wie sonst keine andere Sprache bis heute an Baskisch anknüpft.

Baskisch ist eine noch lebende vor-indoeuropäische Sprache. Daher könnte auch ältestes Kurdisch so alt wie Baskisch sein, geschätzte 2.500 Jahre vor Christus. Und: Bevölkerungs-Genetiker haben auch herausgefunden, dass Kurden Nachkommen von ältesten Ackerbauern aus der Steinzeit in Kurdistan sind. Deren Vorfahren haben damit seit etwa 10.000 vor Christus wesentlich die moderne Landwirtschaft miterfunden sowie indoeuropäische Sprachen entwickeln und verbreiten geholfen. Ferner: Engste genetische Verwandte von Kurden sind Juden. Dies haben führende internationale Forscher wie Ariella Oppenheim, Almut Nebel oder Marina Faerman in Israel nachgewiesen. Zu näheren Verwandten von Juden und Kurden zählen sie auch Armenier. Alle drei Völker - Kurden, Juden und Armenier - gehören ihrer Überzeugung nach auch zu Gründerzivilisationen im Nahen Osten und Vorderasien.

Name: Kurden geht auf das sumerischen Wort „kur“ für Bergländer zurück und bedeutet Bergbewohner (Bergvölker). Kurdistan heißt Kurden-Land. Dieses Wort ist erst seit dem 12. Jh. nach Christus gebräuchlich. Älteste Worte für ein Land der Kurden (wie Karda oder Kurda) lassen sich aber bereits seit dem 3. Jahrtausend vor Christus nachweisen. Im 2. Jahrtausend v.Chr. hat sich einer ihrer Könige auch „kurdischer Hammurabi“ genannt. Kern-Heimatländer der Kurden liegen in teils nur sehr schwer zugänglichen Berggebieten des Taurus und Zagros von Südost-Anatolien über Nordmesopotamien bis in den Nordwestiran.

Bevölkerung: Wie viele Kurden weltweit existieren, darüber gibt es keine überprüfbaren Daten. Nach unterschiedlichen Schätzungen sind es derzeit zwischen 25 und mehr als 35 Millionen. Damit sind die Kurden das größte Volk ohne eigenen Staat auf der Welt. Mehr als die Hälfte der Kurden lebt in der Türkei, mehrere Millionen im Nord-Irak und im Nordwest-Iran, einige Hunderttausende in Syrien und in Kaukasus-Staaten. In Europa wohnen mehr als eine Million Kurden, in Österreich etwa 150.000. Sie gelten als vorbildlich integriert.

Religion: Kurden sind keine militanten Religionsfanatiker. Die meisten von ihnen sind heute sunnitische Moslems, eine kleine Minderheit Schiiten. Zum Islam wurden die meisten Kurden im frühen Mittelalter mit Waffengewalt zwangsbekehrt. Eine Besonderheit unter Kurden sind verschiedene, synkretistische Religionen. Das sind Glaubensbekenntnisse, die Inhalte aus unterschiedlichen Religionen zu neuen zusammenfügen. Einige davon gehen auf archaische Sonnenanbeter und auf den Zarathustra-Glauben zurück, der als ein Vorläufer des Monotheismus angesehen wird. Im ersten Jahrhundert wurde Kurdistan zu einem wichtigen Verbreitungsgebiet für das Christentum im Nahen Osten. Älteste Christen haben damals Ur-Gemeinden und -Kirchen vor allem über Regionen um die heutige Kurdenhauptstadt Arbil im Nordirak bis in den Iran hinein gebildet.




Kurden bereits vor Jahrzehnten von Briten und Türken vergast

Was vielleicht viele auch nicht wissen: Kurden wurden nicht erstmals in den 80er Jahren vom inzwischen gehenkten Irak-Diktator Saddam Hussein vergast. Die türkische Armee hat bereits kurz vor dem Tod des Begründers der republikanischen Türkei, Mustafa Kemal (1881-1938), Ende der 30er Jahre gegen aufständische Kurden in der Bergregion von Dersim in Ostanatolien Giftgasbomben eingesetzt. Obwohl die Türkei bereits vorher nach dem Giftgas-Massensterben im 1. Weltkrieg das Genfer Protokoll zum Bann chemischer Waffen unterzeichnet hatte. Und: Im Irak haben die Briten bereits in den 20er Jahren, 65 Jahre vor Saddam Hussein, Giftgas gegen Aufständische eingesetzt. Die Briten agierten damals als Welt-Vormund im heutigen Irak, der damals noch Mesopotamien hieß. Sie hatten sich dafür ein Mandat vom Völkerbund geben lassen. Die Briten versprachen, Mesopotamien in Freiheit zu führen, haben es aber in einen von London abhängigen, neuen Staat Irak unterjocht, den sie aus Gebieten von Schiiten im Süden, Sunniten in der Mitte und Kurden im Norden zusammengekleistert hatten.

Federführende Persönlichkeit Großbritanniens war zu dieser Zeit Winston Churchill (1874-1965). Der war zunächst Kriegs- und Luftfahrts-Minister und später Londons Kolonial-Chef. Buchstäblich die gesamte Bevölkerung des neuen Irak, Schia- und Sunni-Araber wie auch Kurden, sind damals in den 20er Jahren immer wieder gegen Kolonisierungspläne der Briten aufgestanden und wurden von diesen mehrfach blutig niedergeschlagen. Dabei haben Briten auch Giftgas eingesetzt. Erwiesenermaßen gegen aufständische Araber. Ob sie auch Kurden vergast haben, ist bis heute umstritten. Es gibt jedenfalls Zeugenaussagen, die dafür sprechen. Im Nordirak konnten die Kurden dennoch vorübergehend begrenzte Selbstverwaltung erkämpfen.


Nationaler Genozid in Türkei

Dies gelang den Kurden in der Türkei nicht. Dort war ihnen nach dem Untergang des osmanischen Reiches im 1. Weltkrieg mit dem Vertrag von Sèvres 1920 ein Ministaat in der Südosttürkei in Aussicht gestellt worden. Der sollte durch freie Volksabstimmung mit dem Kurdengebiet in Nordmesopotamien zu einem größeren Kurdenstaat vereinigt werden können. Dazu kam es aber nicht. Der Vertrag von Sèvres wurde nicht ratifiziert und trat daher nie in Kraft. Er fiel neuen Tatsachen zum Opfer, die Mustafa Kemal mit seinen republikanischen Truppen auf dem Schlachtfeld herbeiführte. Mustafa Kemal hatte zwar den Kurden ursprünglich Gleichbehandlung und begrenzte Selbstverwaltung versprochen, wenn sie ihm helfen sollten, die Türkei von ausländischen Truppen zu befreien.

Die Kurden halfen Mustafa Kemal auch, eroberten ganze Städte wie Urfa, wurden hinterher aber fallen gelassen und besonders grausam niedergeworfen, als sie sich in zahlreichen Aufständen dagegen erhoben. Die Türkei verbot letztlich jede kurdische nationale Identität und stellte sie bis in die Gegenwart unter Strafe. Der Schweizer Historiker Hans-Lukas Kieser spricht von nationalem Genozid an den Kurden in der Türkei. Anti-Kurden-Gesetze werden erst in jüngster Gegenwart unter Einfluss des EU-Beitritts-Prozesses von der Türkei gelockert. Nach immer wieder stockenden Verhandlungen eskaliert jetzt der Kurdenkonflikt in der Türkei neu. Mit Auswirkungen bis nach Österreich.


Information:

Das Buch:
Beeindruckend der Umfang: 700 Seiten, die mit vielen Bildern, Grafiken, Tabellen, Literaturhinweisen und neuem Kartenmaterial bestückt sind.

Hennerbichler, Ferdinand: Die Kurden. Edition fhe, 2004, Paperback, 700 Seiten, 348 Bilder & 117 Graphiken
ISBN 963 214 575 5, Preis: Preis: 49,90 €

Zu beziehen über Email: fhe@fhe.cc, über wieninternational.at oder über jede Buchhandlung.


Der Autor:
Ferdinand Hennerbichler: Geb. 1946 in Linz, studierte 1965-72 Geschichte und Sprachwissenschaften an der Universität Wien, arbeitete seit 1967 für den ORF sowie zahlreiche andere Medien in Österreich, Deutschland und der Schweiz.

Berichtet seit den 70er Jahren über Kurden und bereiste seither auch Kurdistan regelmäßig. Erste Geschichte der Kurden 1988, kurzes Vorwort von Bruno Kreisky. Arbeitete für Bruno Kreisky in den 80er Jahren als Nahost-Assistent.

Seit Anfang der 90er Jahre ist Ferdinand Hennerbichler für die Stadt Wien und Compress tätig.


Originalquelle: http://www.wieninternational.at/?q=de/node/5762
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JiDilKirdim
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« Antworten #1 am: 02. Dez 2007, 22:08 »

Zitat
Kurden sind ursprünglich keine Iranier, auch wenn sie heute Iranisch sprechen, sondern ein eigenständiges Volk, das auf Ureinwohner im Nahen Osten zurückgeht und genetisch am engsten mit Juden verwandt ist.

!
Ganz toll!
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Amos
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« Antworten #2 am: 02. Dez 2007, 23:14 »

Vielen Dank, Rewshê, dass Du uns diese informative Rezension zugänglich gemacht hast. Leider geistern auch in einigen kurdischen Websites immer noch UserInnen herum, die Dr. Hennerbichler als Förderer des türkischen Nationalismus denunzieren wollen. Die mögen sich jetzt so richtig schämen!
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aram
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« Antworten #3 am: 03. Dez 2007, 01:08 »

Vielen Dank, Rewshê, dass Du uns diese informative Rezension zugänglich gemacht hast. Leider geistern auch in einigen kurdischen Websites immer noch UserInnen herum, die Dr. Hennerbichler als Förderer des türkischen Nationalismus denunzieren wollen. Die mögen sich jetzt so richtig schämen!

So sehe ich das auch!


Hier gibt es was zum Nachlesen: 

Die Herkunft der Kurden

Von
Dr. Ferdinand Hennerbichler

« Letzte Änderung: 03. Dez 2007, 01:11 von aram » Gespeichert

Dînman, ayînman her Nîstiman
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Nick
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« Antworten #4 am: 03. Dez 2007, 09:35 »

Hallo,

die These von der genetischen Verwandtschaft von Kurden und Juden ist nun wirklich Schwachsinn. Kurden sind eine Ethnie, während das Judentum eine Religion ist. Oder was für eine jüdische Ethnie oder Nation soll das denn sein, der u.a. Jemeniten, Kanadier, Polen, Russen, Marokkaner, Deutsche, US-Amerikaner, Äthiopier ... angehören?  Angehörige all dieser Nationen bekennen sich heute zum jüdischen Glauben und sind Bürger Israels.

Wenn schon, dann kann es eine Verwandtschaft zwischen den Sephardim, also den so genannten arabischen Juden, und Kurden geben. Eher würde ich aber von jüdischen Kurden sprechen, die ja u.a. in der Gegend von Hewler gelebt haben, bis sie Anfang der 50er Jahre nach Israel gingen.

Eine genetisch nachweisbare jüdische Ethnie gibt es nicht. So etwas haben nur die Nazis in ihrer völkischen Theorie behauptet und die Zionisten haben dies wohlwollend aufgegriffen. (siehe z.B. das Buch von Lenni Brenner, einem jüdisch-amerikanischen Friedensaktivisten über "Zionismus und Faschismus". Brenner zeigt, wie die Zionisten im Gegensatz zu den anderen jüdischen Verbänden die Nürnberger Rassegesetze der Nazis begrüßt haben!).

Ich habe den Verdacht, dass einzelne zionistische Wissenschaftler heute die These von der jüdisch-kurdischen genetischen Verwandtschaft aufstellen, um so das ja schon bestehende Bündnis der südkurdischen Parteien mit Israel gegen Araber und Perser zu festigen.

viele Grüße
Nick
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« Antworten #5 am: 03. Dez 2007, 17:44 »

@Amos

Als Föderer des türkischen Nationalismus sollte man Hennerbichler wahrlich nicht festlegen, wenn auch gerade diese bestimmte Thesen von ihm zur Argumentation nehmen, die ihnen passen; dennoch sind Hennerbichlers Theorien bezüglich der kurdischen Herkunft mehr als gewagt! Viele seiner Aussagen sollten erst gar nicht ernst genommen werden: Deshalb - alles, was historisch zu weit zurück liegt und auch von Hennerbichler nicht logisch belegt werden kann, sollte als Hirnsgespinst beiseitge gelegt werden!
Vor allem ist es komisch, dass nun jeder, auch viele Kurden, nichts anderes tun wollen, als die Herkunft der Kurden beweisen zu müssen!
Man kann und sollte über die eigene Geschichte forschen, jedoch nicht den Versuch unternehmen heutige Tatsachen und Zustände unbedingt durch die Historie belegen zu müssen!
Die Zeit der Nationalstaaten liegt in Relativität zur Weltgeschichte nicht weit zurück und jeden Stamm, jedes Volk oder jede Dynastie der Historie einer Nation von heute anhängen zu wollen, wird keiner Wahrheit entsprechen! Auch sind es oft Nationalisten, die glauben, dass die Geschichte ihr Existenzrecht und ihren Ruhm beweist! Hennerbichler schildert jedoch bezüglich der näheren Vergangenheit über die Kurden interessante und belegbare Ereignisse und politische Geschehnisse.
Wir Kurden sind jetzt eine Realität und können mit Belegen eine mehrere hundertjährige Geschichte vorweisen und anhand einer ganzen Menge von Aufständen und Widerständen den Kampf um die Freiheit vorweisen.
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Amos
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« Antworten #6 am: 04. Dez 2007, 00:46 »

@ Xemxwar:

Wenn jemand mit großem Interesse sowohl für Archäolgie und davon abgeleitet für alte orientalische Sprachen und Kulturen als Journalist nach Kurdistan geschickt wird, dann ist die Beschäftigung mit der Herkunft der autochthonen Bevölkerung in allen Gegenden Kurdistans ein zutiefst legitimes wissenschaftliches Interesse.

Als ich zuerst durch Artikel israelischer Zeitungen auf die Forschungsergebnisse bezüglich genetischer Übereinstimmung zwischen autochthonen Kurden und aus Kurdistan eingewanderter Juden aufmerksam wurde, war ich auch eher skeptisch, vor allem, als ich sah, dass sich besonders chauvinistische Zionisten für diese Forschungen ins Zeug legten. Andererseits überzeugte mich inzwischen die Gründlichkeit und Beharrlichkeit, mit der gerade Ferdinand Hennerbichler sich eben nicht nur auf die genetischen Befunde verlässt, sondern die Ergebnisse der klassischen wie der gegenwärtigen archäologischen und linguistischen Forschung dazu in Beziehung setzt. Das unterscheidet ihn z.B. von seinem kürzlich verstorbenen Landsmann Erich Feigl, der sich da weniger Mühe machte und vielleicht auch deshalb zum österreichischen Lieblingsprofessor türkischer National-Chauvinisten wurde.

Als vor nunmehr 185 Jahren Jean Francois Champollion seine Forschungsergebnisse den Mitgliedern der Akademie der Inschriften und der schönen Literatur in Paris vorstellte, wurden seine Übersetzungen altägyptischer Hieroglyphen schlichtweg abgelehnt und angezweifelt. Heute sind sie klassische Grundlage dieser Wissenschaftsdisziplin.

Wenn "Madonna" die Kabbalah entdeckt und propagiert als Alternative zur herkömmlichen Religiosität, kann ich mich auch eines Lächelns nicht erwehren, habe aber hohen Respekt für alle jene Juden, die seit vielen Generationen in diese oder ähnliche mystisch-religiöse Denkschulen "eintauchen", ähnlichen Respekt kann ich auch der Sufi-Tradition entgegen bringen, obwohl ich beide Richtungen für mein eigenes Leben nicht im geringsten übernehmen möchte. 

Diese religiösen Denkschulen verdienen vor allem deshalb Respekt, weil sie letztlich auch die Anstöße für die heutige Wissenschaft gelegt hatten, und sei es nur dadurch, dass sie für so manche jungen DenkerInnen "anstößig" waren. Und ich denke, dass für Hennerbichler gerade dieser Respekt vor der Leistung jener alten Kulturen den Ausschlag gaben für seine linguistischen und archäologischen Forschungen. Und er ist klug genug, die Forschungen auf dem Gebiet der Humangenetik in seine Überlegungen einzubeziehen.

Die Mythen der Völkerschaften des fruchtbaren Halbmondes, die überwundenen, wie die weiter entwickelten noch heute wirksamen, aber auch die eroberten und danach (scheinbar) liquidierten, haben alle einen Kern, der auch der Untersuchung mit Supercomputer und Kernspintechnologie standhält. Das Wissen der alten Völker ist bis in unsere Tage lebendig geblieben. Ihre weitergehende Erforschung ist deshalb weniger "Schwachsinn" als z.B. der Versuch, jede Beschäftigung mit den religiösen Vorstellungen der Zeit vor 3 - 4000 Jahren mittels der im Vulgärmaxismus des 20. nachchristlichen Jahrhunderts so beliebten "Theologie" des "wissenschaftlichen Atheismus" abzutun.

Wer einmal beginnt die Wanderungen von Juden seit rund 3500 Jahren zu erforschen, kommt wirklich nicht umhin, Verbindungen zu den alten Wohnstätten des kurdischen Volkes zu entdecken. Und darum sollte auch nicht verwundern, dass da selbst heute noch genetische Übereinstimmungen nachweisbar sind, und zwar signifikant unterschiedlich zu anderen genetischen Beziehungen.

Für alle, die nicht knapp 50 Euro für Hennerbichlers neues Buch abdrücken können, empfehle ich sehr die gründliche Lektüre der von aram hier: http://www.fhe.cc/html/Die-Herkunft-von-Kurden.pdf verlinkten Vorstudien zu diesem Buch. Auch die 124 Seiten pdf-Datei sind nicht ganz einfach zu lesen, geben aber doch einen Einblick in die Arbeit und die Arbeitsweise dieses Wissenschaftlers. Diese Vorarbeit weist zwar einige sprachliche Fehler auf, wenn z.B. "Einheiten" anstelle von "Einheiraten" steht, aber das sind eben Tippfehler, wie sie bei der Arbeit an wohl jeder wissenschaftlichen Untersuchung vorkommen, und hoffentlich im gedruckten Buch korrigiert sind.
« Letzte Änderung: 04. Dez 2007, 10:01 von Amos » Gespeichert

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« Antworten #7 am: 05. Dez 2007, 09:51 »

Die Kurden sind also doch keine Arier, also das hört sich nicht koscher an.

Ne mal im Ernst, die Ausführungen von Herrn Hennerbichler sind lobenswert, aber zum derzeitigen Stand der Wissenschaft sind das auch nur Thesen.

Das Buch ist übrigens sehr empfehlenswert.

Zitat
während das Judentum eine Religion ist. Oder was für eine jüdische Ethnie oder Nation soll das denn sein, der u.a. Jemeniten, Kanadier, Polen, Russen, Marokkaner, Deutsche, US-Amerikaner, Äthiopier ... angehören

Nach der Tempelzerstörung 69. nach Christus mussten alle Juden aus Jerusalem fliehen, und suchten im Exil Zuflucht. Abgesehen von den Äthiopiern sind alle Juden Hebräer, zu der damaligen Zeit konnte man halt zum Judentum konvertieren, und das taten auch viele in Äthiopien.

Aber meines Wissens nach, werden diese Nicht- Hebräer von orthodoxen Juden nicht anerkannt.

Und natürlich sind mit der Zeit die Hebräer im Exil nicht genetisch einheitlich. Immerhin gab es innerhalb von fast 2000 Jahren Mischehen.

Zitat
Ich habe den Verdacht, dass einzelne zionistische Wissenschaftler heute die These von der jüdisch-kurdischen genetischen Verwandtschaft aufstellen, um so das ja schon bestehende Bündnis der südkurdischen Parteien mit Israel gegen Araber und Perser zu festigen

Was wäre schlimm daran, wenn es stimmen würde ?
Araber, Perser und Trken lassen nix anderes zu.
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« Antworten #8 am: 21. Apr 2008, 14:36 »

Türkei im explosiven Dauerpoker
Dr. Ferdinand Hennerbichler


Premier Recep Tayyip Erdoğan (li.), Präsident Abdullah Gül (re.)

Die Türkei im explosiven Dauerpoker zwischen EU, Islam, Militär und Nationalismus.

Die Türkei fährt außenpolitisch mit Hochdruck weiterhin einen mehrgleisigen Kurs. Sie kämpft einerseits trotz schwerer Rückschläge entschlossen um einen EU-Beitritt. Andererseits unternimmt sie aber kaum Anstrengungen, eingefahrene Macht- und Gesellschaftsverhältnisse im Land grundlegend zu verändern und auf EU-Kurs zu reformieren. Sie macht nach wie vor eine Außenpolitik, die ihr den Vorwurf einträgt, sie wolle nicht nur nach Europa, sondern gleichzeitig die Kontrolle über das Erdöl- und Erdgas-reiche Nordmesopotamien zurück, das die Türkei nach dem Ersten Weltkrieg an den heutigen Irak abtreten musste.

EU-konforme Verfassung angestrebt

Es ist aber auch zu erkennen, dass der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan systematisch an einer Reformstrategie nach eigenem Strickmuster arbeitet, auch wenn diese in der Türkei und in Europa zunehmend auf Ablehnung stößt. Erdoğan, ein gemäßigter Islam-Fundamentalist, Chef der Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP), Ex-Oberbürgermeister von Istanbul, versucht dabei eine Salamitaktik. Sein Grundziel bleibt, in der Türkei eine EU-konforme Verfassung durchzusetzen. Gleichzeitig sucht er potentielle Verlierer einer derartigen Verfassungsreform wie Militärs, Islam-Fundamentalisten und Nationalisten zu überzeugen, für sie würde sich dadurch im Wesentlichen nichts Grundsätzliches ändern. Erste Reformen hat es schon 2005 gegeben. Nun drängt Brüssel, dass die Vormacht der Militärs vor der Politik ein für allemal gebrochen wird. Dass Frauen, Presse und Gewerkschaften echte Freiheitsrechte bekommen. Dass Minderheiten wie die Kurden anerkannt werden und mit ihnen ein politischer Ausgleichsdialog begonnen wird. Und dass auch volle Religionsfreiheit garantiert wird.

Öl und Gas läßt Feuer lodern

Den Islam-Fundamentalisten kam Erdoğan vorerst entgegen, indem er trotz heftiger Proteste von Militärs und Laizisten seine rechte Hand, Ex-Außenminister Abdullah Gül, als neuen Staatspräsidenten der Türkei durchsetzte. Er ließ auch in einer Allianz mit Islam-nationalistischen Hardlinern das Kopftuchverbot an Universitäten aufheben. Und auch die Militärs bekamen ihre Spielwiese: sie durften wieder gegen Stellungen von PKK-Kämpfern im Nordirak vorgehen, schafften es aber neuerlich nicht, die PKK militärisch zu zerschlagen. Die türkischen Truppen mussten sich auf internationalen Druck zurückziehen. Appelle zu einem politischen Dialog mit den Kurden wurden lauter. Premier Erdoğan sah sich zur Klarstellung veranlasst, die Türkei beabsichtige nicht, den Norden des Irak für längere Zeit militärisch zu besetzen. Dies hätte vermutlich nicht nur zum Abbruch der Beitritts-Verhandlungen mit der EU geführt. Die Türkei hätte damit auch eigene vitale Interessen in Kurdistan im Nordirak gefährdet. Diese Interessen sind durchaus massiv. Alleine türkische Baufirmen beherrschen den Wiederaufbau im irakischen Kurdistan zu gut 80 Prozent. Kooperationen im Erdöl-, Erdgas- und Pipeline-Geschäft gewinnen rasant an Bedeutung. Das irakische Kurdistan verfügt neben Saudiarabien über die größten Öl- und Gas-Vorkommen der Welt. Gerade in diesen Tagen hat die autonome Regionalverwaltung von Kurdistan neue Erdölverträge mit der Türkei abgeschlossen. Auch gegen zunehmende Proteste der Zentral-Regierung in Bagdad.



Tagung gegen Gasvölkermord an Kurden in Wien; Andreas Schieder (mitte); Tanja Wehsely (rechts)

Unabhängiges Kurdistan - Knackpunkt Erdölfelder

Die Türkei versucht gleichzeitig im Nordirak die Entstehung eines unabhängigen Staates Kurdistan so lange wie möglich hinauszuzögern. Vor allem dadurch, dass sie immer wieder auf eine Verschiebung eines Referendums über die Erdöl-Metropole Kirkuk hinarbeitet. Kirkuk gehört nach wie vor nicht zur autonomen Region Kurdistan im Nordirak. Ankara versuchte vorerst, den Ausgang eines Referendums über die türkische Minderheit in Kirkuk zu beeinflussen. Dann durch eine vorübergehende Militäroperation im Nordirak. Die sollte reguläre Verhältnisse für eine demokratische Abstimmung über Kirkuk im Schatten einer türkischen Armeebesatzung in der Grenzregion de facto unmöglich  machen. Das Kirkuk-Referendum wurde daraufhin um ein halbes Jahr verschoben. Es soll nun diesen Sommer stattfinden. Sollte dabei, wie erwartet, eine kurdische Mehrheit für Kirkuk herauskommen, käme das Erdölzentrum auch formell an die autonome Regionalverwaltung von Kurdistan im Nordirak. Und damit wäre auch ein möglicher Kurdenstaat im Nordirak wirtschaftlich überlebensfähig.

Endet Euopa am Bosporus oder in Anatolien zum Irak?

Einen echten Schock hat schließlich der türkische Premier Recep Tayyip Erdoğan selbst im Westen ausgelöst. Er sprach bei einer Rede in Köln davon, Assimilation von Türken in Europa wäre ein Verbrechen. Dies löste eine Welle von Protesten und Empörung aus. Tenor: Die Türkei sei nicht bereit, sich Europa anzupassen, sondern wolle der EU ihr islamistisch-nationalistisches Türkei-System mit einer Vormachtstellung der Militärs in den Kulissen aufzwingen. Sollte dies das wahre Ziel der Türkei sein, werde EU-Europa auch in Zukunft am Bosporus enden. Und nicht in Anatolien an der Grenze zum Pulverfass Irak.

Stadt Wien gedenkt

20 Jahre nach dem Giftgasvölkermord an Kurden von Halabja (Irak) fand Mitte März im Albert Schweitzer Haus in Wien ein Symposium statt. Unter den Gästen waren Vertreter der kurdischen Regionalregierung im Nordirak, Universitätsprofessoren sowie Politiker von SPÖ, ÖVP und Grünen. Darunter der internationale Sekretär der SPÖ, Nationalratsabgeortneter Andreas Schieder, Landtagsabgeordnete Tanja Wehsely und Kultursprecher Gemeinderat Ernst Woller sowie die Nationalratsabgeordnete Elisabeth Hlavac. Unterstützt wurde das Symposium unter anderem von der Stadt Wien (Magistratsabteilung17- Integrations- und Diversitätsangelegenheiten und Wien-Kultur).


Kurden feiern Neujahr immer mit Frühlingsbeginn, auch in Wien

Newroz 2008

Anlässlich des kurdischen Neujahresfestes findet im Wiener Gasometer am 22. März ab 15:30 eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto "Frieden und Demokratie jetzt, Multikulturalität ist ein Reichtum" statt.
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« Antworten #9 am: 21. Apr 2008, 18:03 »

Ist es nicht aber ein wenig schade, dass der Herr Doktor Ferdinand Hennerbichler, seines Zeichens Träger einer Auszeichnung der Französischen Fremdenlegion (Offizier) sowie des griechischen Phönixordens (Kommandant), ein Anhänger des wissenschaftlich nicht anerkannten Alt-Europa-Mythos ist, wonach die Schrift in Südosteuropa entstanden sein soll - und eben nicht in Mesopotamien!, wie es die Wissenschaft gemeinhin anerkennt.
Ich kann also vor Herrn Hennerbichler nur warnen, wenn es um die uralte kurdische Kultur geht!
1. ist die These der Schriftentstehung im Kontext der Vincakultur 7./6. Jahrtausend nicht haltbar - und wir sollten uns fragen, weshalb Hennerbichler diesem fragwürdigen Mythos von Europa als dem Land der Entstehung der Schrift un damit der Menschheitskultur anhängt.
2. dürfte es nicht im Interesse der in ihrer Geschichte die Jahrtausende hindurch betrogenen und beherrschten KurdInnen liegen, ihre uralte Kultur einer Type wie Hennerbichler zu übertragen.
Sind die Kurden nicht ein mesopotamisches Volk und begann der Ackerbau welthistorisch erwiesenermaßen nicht gerade im Zagrosgebiet? Hennerbichler als Kurde zu zitieren ist wie ein Jude, der die Kreuzigungsgeschichte (Christus) anführt,  um sich seiner eigenen Identität zu versichern. Wollen wir nicht jubeln, wenn Erdogan sich demnächst hinstellt und behauptet, die Kurden gibts gar nicht - Hennerbichler habe sie erfunden?
   
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koRak
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« Antworten #10 am: 12. Mai 2008, 12:16 »


Hier ist noch eine Buch Rezesion von Hayder Isik:


Zitat
Ein Buch von Ferdinand Hennerbichler:
Die Kurden


Von Haydar Isik

Früher gab es viele europäische Reisende, die über Kurdistan berichteten. Diese haben ihre negativen Erlebnisse in subjektiver Weise zu Ungunsten der Kurden wiedergegeben. Ich habe Herrn Hennerbichler durch sein Buch: "Die für die Freiheit sterben - Geschichte des kurdischen Volkes", kennengelernt, das mit einem Vorwort von Bruno Kreisky präsentiert wurde. Sicherlich ist er als moderner und demokratischer Mensch nicht mit diesen Reisenden zu vergleichen, aber trotzdem muss ich gestehen, dass er gegenüber der PKK und ihrem Vorsitzenden Öcalan eine bis jetzt nicht belegte offizielle Kritik geäußert hat. Trotzdem ging der Autor im Allgemeinen dieses Mal viel tiefer, ausführlicher und umfangreicher der Geschichte der Kurden nach und schrieb ein Buch in dem man nicht nur über die Kurden, sondern auch über ihre Nachbarvölker lesen kann.


Die von den despotischen Zentralstaaten geteilten Kurden haben die Türken, Araber und Perser als Nachbarn. Aber wenige wissen, dass die Kurden mit den Juden Tausende von Jahren als Nachbarn gelebt haben. Hennerbichler geht in seinem 700 seitigen Buch auch auf kurdisch-jüdische Beziehungen ein und gibt den Lesern gute Informationen.

Dr. Ferdinand Hennerbichler ist Historiker, Journalist und Diplomat. Er wurde 1946 in Linz geboren. Nach seinem Studium in Geschichte, Germanistik und Sprachwissenschaft und der Promotion arbeitete er beim ORF als Auslandskorrespondent im Nahen Osten. Er berichtete vom Bürgerkrieg im Libanon, islamischer Revolution im Iran, vom israelisch-palästinensischen Konflikt und der Zypern-Krise. Später arbeitete er im Bundesministerium für Auswärtige Angelegenheiten im diplomatischen Dienst in London und Athen. Er übernahm als Nahost-Assistent des früheren österreichischen Bundeskanzlers Dr. Bruno Kreisky mehrere humanitäre Missionen. Hennerbichler publizierte über Kurden zahlreiche Erscheinungen u.a "Die Kurden, staatenlos in verbrannter Heimat", "Geiselbefreiung in Kurdistan", "Österreich und die Kurden".

Hennerbichler erzählt die leidvolle Geschichte der Kurden, die von lang andauernden Kämpfen der Unterdrückung, Aufteilung und dem Verrat bestimmt ist. Mit zahlreichen farbigen Landkarten, Bildern und Literaturhinweisen gibt der Autor seinem Buch einen wissenschaftlichen Grad wie ein Lexikon.

Der Autor zeigt auf Seite 255 durch eine Landkarte wie Juden von den Assyrern nach Kurdistan deportiert worden sind und das Königreich Adiabene und das jüdische Königreich Mahoza gegründet haben.

Auf Seite 577 schreibt Hennerbichler über den Kurdenführer und Rabbi-Sohn folgendes:
"Mustafa Barzani hatte einen alten freund aus Kindertagen, David Gabai, im irakischen Kurdistan bekannt als Khawaja Khino. Dessen Vater Eliyahu Gabai, war Chef der jüdischen Gemeinde von Aqra, ein wohlhabender Händler und Geschäftsmann. In den 30-er Jahren versorgte er wesentlich die damalige kurdische Freiheitsbewegung in der Region mit Nahrungsmitteln im Kampf gegen Briten. (...) 1951 emigrierte David gabai wie die meisten irakischen Juden nach Israel."
"Der damals 86-jährige Gabai besuchte Mustafa Barzani 1973 zwei Wochen lang in dessen Hauptquartier in den kurdischen Bergen. 1979 starb Mullah Mustafa Barzani im Exil in den USA. Sechs Monate später verstarb auch David Gobai alias Khawaja Khino. Seine Tochter Salima sagte, ihr Vater habe die letzten sechs Monate seines Lebens um seinen kurdischen Jugendfreund Mustafa Barzani getrauert."

Der Staat Israel hat in den 70er Jahren Barzani mit humanitärer Hilfe unterstützt. Als Henry Kissinger die Kurden verraten hatte, konnte Israel auch nicht mehr helfen. "Schlomo Nakdimon: Auch Israel habe den irakischen Kurden über den Iran nicht mehr helfen können. Daraufhin sei es im März 1975 nach dem Abkommen von Algier zur Katastrophe gekommen. Der Freiheitskampf der Kurden sei blutig niedergeschlagen worden. Die letzten israelischen Agenten, Militärberater und Ärzte hätten im März 1975 innerhalb von wenigen Stunden das irakische Kurdistan verlassen müssen."
Nachum Orland: „"Auch die Israelis hätten die Kurden wie die Amerikaner und die Perser für ihre Politik instrumentalisiert."

Leider verlässt sich Hennerbichler auf Aussagen der Abweichler der PKK und westliche Berichte bei deren Darstellung. Sicherlich hat die PKK auch wie jede andere Befreiungsbewegung die Gewalt als Mittel der Politik benützt, aber die Türkei hat Morde und Verschwindenlassen von Personen mit getürkten Informationen der PKK zugeschrieben. Obwohl bis jetzt außer Behauptungen nicht belegt ist, dass die PKK mit Drogenhandel beschäftigt ist, hat der Autor diese Information in sein Buch aufgenommen.

Der Autor hat nach seinen journalistischen Recherchen und seinen tiefen historischen Kenntnissen dieses Buch veröffentlicht. Wer sein Wissen über die unruhige soziale Geographie des Nahen Ostens vertiefen möchte, sollte in diesem Buch nachschlagen.

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