Lügen über LügenOb man sich noch auf dem rechten Weg befindet, sollte man ab und an überprüfen.
Ich weis nicht wie es Andere handhaben, aber ich selbst habe mir einen Maßstab hierfür zurecht gelegt:
Falls Ihr Gegenüber sich nur noch mit Lügen zu helfen weis, dann seien Sie Gewiss, dass Sie sich auf dem richtigen Weg bewegen.Ich möchte Ihnen hierzu zwei Beispiele geben.
Wir (die Taraf-Zeitung) sind es, die mit unseren Artikeln stets Beweismaterial mitveröffentlichen, um sämtliche Verbindungen der kriminellen Vereinigung Ergenekon offenzulegen …
Wie sind die Reaktionen auf unsere Bemühungen?
Einige der reagierenden Journalisten benehmen sich wie Mitglieder einer Einheit für psychologische Kriegsführung und verbreiten Unwahrheiten über uns.
Einer, behauptet, dass unsere Zeitung in der Druckerei der (AKP- nahen) Zeitung Zaman gedruckt würde. Wir könnten sie ja auch dort gedruckt lassen, schließlich müssen wir sie ja letztendlich in irgendeiner Druckerei drucken lassen. Doch diese Behauptung ist eine Lüge.
Ein Anderer behauptete, dass einer der Inhaber (der Zeitung Taraf) infolge finanzieller Schwierigkeiten sein Kind von der Privatschule nehmen und auf einer staatlichen Schule anmelden musste … Seltsam nur, dass die beiden einzigen Teilhaber dieser Zeitung überhaupt keine Kinder haben.
Ein Anderer – ein bei der jüngeren Generation sehr beliebter Literat – behauptete, dass unsere Mitarbeiterin Leyla İpekçi, ausgestattet mit einem Stipendium von Fethullah Gülen sich in den USA aufgehalten hätte.
İpekçi klärte auf:
„Ich war in meinem ganzen Leben noch nie in den USA…“
Hat sich der Lügner wegen seiner Lüge geschämt ?
Nein natürlich nicht … gerade diese unglaubliche Unverfrorenheit dieser Leute, gibt Anlass auf den Verdacht, dass sie gezielt mit der Verbreitung von Unwahrheiten beauftragt worden sind … Nur ein „Auftrag“ bietet Anlass für diese Art von Unverschämtheit, und nur Einer, der eine spezielle Ausbildung genossen hat, kann sein Gewissen und sein Schamgefühl in diesem Maß in den Hintergrund stellen.
Es wird behauptet, dass wir durch die Leute von Fethullah Gülen finanziert werden.
Wir haben schon einmal gesagt, abgesehen von Beweisen für diese behauptete Finanzierung, sollten sie auch nur einen einzigen kleinen Hinweis für eine Kontaktaufnahme (mit den Gülen-Leuten) bringen, dann werden wir augenblicklich unsere Zeitung schließen und einstellen. Zu unseren Wort stehen wir.
Konnten sie uns antworten? Nein.
Fahren Sie fort Lügen zu verbreiten? Ja.
Und warum?
Weil sie nichts anderes haben als ihre Lügen.
Letztens habe ich gelesen, dass ich ein Monatsgehalt von 30 Milliarden beziehen würde. Macht genau 360 Milliarden im Jahr.
Irgendwo müsste ich ja all diese Geld entweder ausgeben oder ansparen.
Wer beweisen kann, dass ich all diese Gelder verdient habe, dem werde ich diese Summe, inklusive alle meine zukünftigen Gehälter spenden.
Also, gebt euch Mühe, ihr habt eine gute Gelegenheit sehr reich zu werden.
Warum Sie lügen?
Was können sie den anderes als lügen?
Nicht nur dieser Menschenschlag, auch unsere „rechtsgetreuen“ alten Freunde wollen, dass wir unsere Finanzquellen offenlegen.
Die „Geldquelle“ dieser Zeitung sind gleichzeitig die Inhaber dieser Zeitung … und sie haben einen schweren Job … nur Mehmet Betil hat uns geholfen, und wird wenn notwendig auch zum Teilhaber werden.
Wenn Jemand beweisen kann, dass Andere uns ebenfalls finanzieren, dann werden wir auch augenblicklich diese Zeitung schließen.
Wenn Jemand meine Behauptungen mit entsprechenden Beweisen widerlegen kann, oder auch nur mit einem Hauch von einem „Zeichen“ aufwarten kann, bin ich bereit vom Journalismus ein für alle Mal abzuschwören.
Werden Sie nach diesen meinen Worten aufhören mit ihren Lügen? Ich glaube es nicht …
Weil es ihr Auftrag ist Lügen zu verbreiten … und sich nicht zu schämen.
Hier an dieser Stelle richtet sich mein Wort an Diejenigen, die glauben, dass sie uns mit Lügen zurückwerfen werden.
Solche Lügen können uns nicht zurückwerfen, denn bei uns ist alles transparent.
Schreibt doch mit der selben Beherztheit, vorausgesetzt ihr besitzt diesen Mut, über die Offenlegung der Konten eurer Zeitungen und die eurer Chefs. Gebt doch Auskunft, wie die Gelder von in Konkurs gerittenen Banken auf die Konten der eigenen Gesellschaften gelandet sind, wie man sich mit Hilfe des Staates bereichert hat.
Gebt doch Auskunft, wie das Geld eurer Vorgesetzten zusammengetragen wurde.
Kein Einziger von euch wird jemals den Mut besitzen darüber auch nur eine Zeile zu schreiben, geschweige ihn überhaupt fragen „Woher hast Du all dieses Geld?“
Sie werden euch auch bestimmt keine Auskunft geben.
Alle Zeitungsinhaber sollten ihre Konten offenlegen … Wir sind dazu bereit … Seid ihr es auch?
Reicht euer Mut hierzu?
Reicht der Mut eurer Chefs dazu?
Wenn ihr den Mut besitzt, na dann Tabularasa !
Ihr seid Lügner …
nicht in Besitz der Kraft und der Gabe ein einziges wahres Wort zu schreiben.
Nach dem wir nun hiermit Klarheit bezüglich der über uns verbreiteten Lügen gebracht haben ...
will ich meine schon vor drei Tagen aufgestellte Frage nochmals wiederholen :
Diejenigen Journalisten und Zeitungen, die bei Zeiten im Susurluk-Fall für großen Wirbel sorgten, warum decken sie nun den Mantel des Schweigens über Ergenekon?
Was war das überzeugende Argument im Susurluk- Fall zu recherchieren, dass es im Ergenekon- Fall nicht geben sollte?
Diese ganzen Lügen dienen lediglich dazu um die Antwort auf diese Frage hinterm Berg zu halten.
Ein Artikel von Ahmet Altan in der Taraf (Ausgabe vom heutigen Tage, 18.Juli 2008) mit dem Originaltitel "Yalanlar, gerçekler, sorular..."
Online verfügbar unter :
http://www.taraf.com.tr/yazar.asp?id=6(Übersetzt aus dem Türkischen von Sêko)