Briefe aus Kurdistan 1954-1963 von Bernhard Wittmann (Literatur)
Bernard Wittmann: Ingenieur, Familienvater, ehemaliger KZ-Häftling und fleißiger Briefeschreiber. In einer Zeit, die der Brieftaube näher zu liegen scheint als dem Telefon, und die doch erst ein halbes Menschenleben entfernt ist, baute er im irakischen Kurdistan zehn Jahre lang Straßen, Brücken und Freundschaften. Kein soziologisches oder historisches Vorurteil, keine politische Agenda verstellt Wittmann den Zugang zu dieser fremden Gesellschaft: Ihm reichen gute Nerven, Karl-May-Lektüre und gesunder Menschenverstand um Kurdistan begreifen und schätzen zu lernen.
Dann kommt die Revolution von 1958, der Barzani-Aufstand, Umstürze. Krieg in Kurdistan! Bald werden nicht nur Nachbardörfer ausradiert, auch das Camp der Straßenbauer gerät zwischen den Fronten unter täglichen Beschuß. Wittmanns Briefe nach Deutschland schwanken zwischen Idyll und Abgrund, zwischen Panik und dem Versuch die Familie daheim nicht zu beunruhigen. So entsteht ein berührend um Objektivität bemühtes, und doch urdeutsch-subjektives Bild einer Gesellschaft, die damals noch so unendlich weit entfernt schien.
Originalquelle: http://www.verlag-hans-schiler.de...
Ermittlungen gegen Buchverleger (Literatur)
"Der Gotteswahn" des Atheisten Dawkins soll
religiöse Werte verletzt haben Ankara - Die türkische Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den Verleger des atheistischen Autors Richard Dawkins aufgenommen. Der Verleger Erol Karaaslan erklärte am Mittwoch, er werde am Donnerstag von einem Staatsanwalt in Istanbul zu dem Buch "Der Gotteswahn" befragt. Die Zeitung "Milliyet" berichtete, im Falle einer Verurteilung wegen Beleidigung religiöser Werte drohe dem Verleger eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.
Karaaslan erklärte, die Staatsanwaltschaft habe die Ermittlungen aufgenommen, nachdem ein Leser einen Auszug des Buches als Angriff auf "geheiligte Werte" bezeichnet habe. Das Buch des britischen Experten in Evolutionsbiologie wurde seit seinem Erscheinen im Juni in der Türkei rund 6.000 Mal verkauft. Darin stellt Dawkins seine Hypothese vor, dass Religiosität nur Ausdruck einer psychischen Dysfunktion sei.
Quelle: standard.at (APA/AP)
Mehmed Uzun ist verstorben (Literatur)
KM-News, Berlin / 11.10.2007 – Mehmed Uzun der schon eine geraume Zeit mit Magenkrebs zu kämpfen hatte, war erst vor Kurzem (2005) aus dem schwedischen Exil in die Heimat zurückgekehrt. Er wusste wohl, dass er nicht mehr lange zu leben hatte, und wollte nach den langen Jahren im Exil, die ihm verbleibende Zeit in seiner Heimat verbringen.
1953 in Siverek/Riha geborenen, verbrachte er seine Jugend in Kurdistan. Mit dem Putsch des türkischen Militärs in den 70ziger Jahren erlebte er mehrere Verhaftungen, Verurteilungen und Gefängnisaufenthalte wegen journalistischer und politischer Tätigkeiten. 1977 verließ Mehmed Uzun die Türkei in Richtung europäisches Exil, ...
Hilde-Domin-Preis für Sherko Fatah (Literatur)
HEIDELBERG - Der Schriftsteller Sherko Fatah aus Berlin hat den mit 15.000 Euro dotierten Heidelberger Hilde-Domin-Preis für Literatur im Exil erhalten. Der Sohn eines irakischen Kurden bekam die Auszeichnung für seine Romane "Im Grenzland" und "Onkelchen".Die Jury würdigte Fatah für seine "eindrucksvolle Schilderung von Gewalt, Krieg und das Grenzgängertum zwischen den Welten". Fatah wurde 1964 in Ost-Berlin als Sohn eines irakischen Kurden und einer Deutschen geboren. Er wuchs in der DDR auf und kam 1975 nach Westdeutschland. Heute lebt er als freier Autor in Berlin.