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Kurdische Märchen
Der Hochnäsige
Die Leute dachten nach und sagten:“ Mit dem Namen ist das nicht so einfach. Lass uns erst mal sieben Tage feiern, und inzwischen überlegen wir, wie du in Zukunft heißen sollst.“ Nun wollte es der Bürgermeister recht großartig machen; er lud zuerst seine Sippe ein, dann seine Freunde, dann seine Nachbarn. Schließlich bat er auch die, zum Fest zu kommen, denen er sonst knapp die Tageszeit bot, weil er sie nicht leiden konnte. Und es schienen ihm immer noch nicht genug. So stieg er zu Pferde und ritt in die nächsten Dörfer, dann in die übernächsten. Wo er jemand vor dem Hause antraf oder auf dem Felde, sagte er:“ Beehrt mich nächste Woche mit eurem Besuch, es wird eine große Tafel gedeckt, und jeder kann essen und trinken nach Herzenslust!“ Dann ging er ans Einkaufen, und nun zeigte sich, dass sein Geld kaum reichte, alle Waren zu bezahlen, die er für das große Fest bestellen musste. Er verkaufte sogar noch ein paar Stück Vieh, denn er wollte sich vor seinen Gästen doch nicht blamieren. Alle kamen, von nah und fern, alles feiert sieben Tage lang. Als der siebente Tag sich zum Abend neigte, versammelten sich die Bürger und berieten, was wohl ein passender Name sei. Da sagte einer:“ Mensch, wozu braucht der Bürgermeister einen anderen Namen? Jedoch, er heißt Kûre, das ist zu gering für einen Großen des Landes, von nun an sollte er „Ker“ heißen, „Großer Esel“. - Und die Mehrheit stimmte zu. Kurdische Märchen, Luise- Charlotte Wentzel |