Rotes Kurdistan Eine andere traurige Geschichte Sehnsucht der Sowjet-Kurden
Kamuran Ali Bedirxan Wegbereiter der kurdischen Diaspora in Europa
Cigerxwîn Der Dichter der Freiheit
Dr. Vet. M. Nuri Dersimi Zur Person Eine Ansprache an die Jugend
Yasar Kemal Friedensmanifest
Sultan Saladin Ayubi Ein Kurde, der Geschichte machte
Simko Agha Gründe, die zum Aufstieg beitrugen Pragmatismus im Ersten Weltkrieg Revolte gegen die Zentralregierung Organisatorische Schwächen
Lebensweise Kurdische Lebensweise Kurdische Kultur Kurdische Sprache
Kurdische Märchen Mem und Zin Das Märchen von Pepug Slemani Zindi Pivaz u Siro Der Korbverkäufer Kurd. Gastfreundschaft Die Schildkröte... Der Hochnäsige Wahrheit und Lüge
Kurdische Fabeln Der Löwe des Daroghas
Kurdische Gastfreundschaft
Ein
Kurde lebte auf dem Land; er war noch nie in der Stadt gewesen. Seine
Freunde erzählten ihm, wie schön es da sei. Schließlich wollte er auch
einmal in die Stadt und die Sehenswürdigkeiten anschauen.
Er ging durch die Straßen und besah die prächtigen Häuser und Paläste, die Moscheen und Basare. Es gefiel ihm alles sehr gut. Vom vielen Laufen war er hungrig geworden; er ging in einen Bäckerladen und bestellte fünf Nan, flache handtellergroße Brotfladen. Danach nahm er aus seiner Tasche ein paar Schnitten Schafskäse und aß sie zu dem Brot, bis er satt war. Er bat den Bäcker, sich waschen zu dürfen, wusch sich Gesicht und Hände und ging aus dem Laden.
Der Bäcker lief ihm hinter her und sagte:“ Hallo, Sie haben zu bezahlen vergessen!“
Sagte der Kurde:“ O, jeden Tag kommen bestimmt zehn Leute zu mir, sie essen und trinken, soviel sie mögen; sie bezahlen mir nichts dafür. Sobald einer kommt, der mir etwas bezahlt, werde ich Ihnen das Geld sogleich bringen!“
_____________________
Kurdische Märchen, Luise- Charlotte Wentzel