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Söhne des Opfers bezeugen: „Er ist es nicht“ – dennoch weiter im Gefängnis! ("Taraf" auf deutsch)
Nach 19 Jahren [im Exil in Deutschland] kehrte der Schriftsteller Doğan Akhanlı in die Türkei zurück und ist nun seit 20 Tagen in Tekirdağ in Haft. [siehe auch: Presseerklärung von "recherche international" am Ende dieses Artikels!]
Der Menschenrechtler und Schriftsteller Doğan Akhanlı , der nach 19 Jahren Aufenthalt in Deutschland nun erstmals wieder den Boden der Türkei betrat, wurde [noch] am Sabiha-Gökçen-Flughafen [Istanbul] verhaftet.
Der Schwarzköpfe Ruf nach Frieden hallt in die Welt, hin nach Ankara wie nach Berlin. Frieden mit Gerechtigkeit wollen Alte wie Junge.
Aber so mancher Gehörgang scheint verstopft, so mancher Geist verkalkt. Eine junge Stimme ruft. Kurdmania bringt sie zu Gehör:
Publikationsverbot Nr. 8 gegen kurdische Zeitung "Azadiya Welat" ("ANF-Firat" auf deutsch)
Eser Uyansiz, der [augenblickliche] Herausgeber der kurdischen Tageszeitung "Azadiya Welat", hat kürzlich von einem türkischen Gericht ein weiteres Publikationsverbot erhalten. Das Istanbuler Bezirksgericht ordnete an, "Azadiya Welat" für einen Monat wegen Verbreitung von Propaganda für PKK und Kongra Gel nicht erscheinen zu lassen.
In meinem letzten Artikel zitierte ich eine Aussage des türkischen Premierministers Erdoǧan, in der er meinte, die Türkei müsse ihre Vergangenheit im Auge behalten. Zugleich kritisierte ich den Mythos des "nationalen Einheitsstaates", demzufolge die Türkei ein "rein türkischer und sunnitischer Staat" sei. Die Schlussfolgerung war, dass dieses Modell zu Ausgrenzung, Diskriminierung und letztendlich zu bewaffneten Konflikten führt. Heute möchte ich einen weiteren Teil türkischer Geschichte beleuchten:
Schon bald wird die Türkei über eine Verfassungsänderung abstimmen. Mit dieser Reform der Verfassung von 1982 soll die Türkei demokratischer werden. Die Regierungspartei AKP hatte das Paket aus 27 Verfassungsänderungen im Mai 2010 durchs Parlament geboxt, das Verfassungsgericht ließ es im Juli mit kleineren Abstrichen passieren. Die Änderungen sehen unter anderem eine Einschränkung des politischen Einflusses der Militärs und eine Besserstellung von Frauen, Kindern und Behinderten sowie eine Stärkung des Streikrechts vor.
Der türkische Premierminister R.T. Erdoğan hatte bei einem Aufenthalt in der kurdischen Metropole Diyarbakir davon gesprochen, dass die Türkei ihre Vergangenheit im Auge behalten müsse (tarihle yüzleşmek). Wann immer aber die Rede ist von muttersprachlichem Schulunterricht oder von Gleichberechtigung für die kurdische Minderheit in der Türkei, wird auch bei Erdoğan sofort ein türkisch-nationalistischer Reflex ausgelöst: All das gefährde aber die nationale Einheit der Türkei.
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