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Patriotische Union Kurdistans (PUK)

Nach der Abspaltung der Talabanî-Gruppe von der KDP wurde 1975 in Westberlin die Patriotische Union Kurdistans, PUK, gegründet. Sie stellte sich selbst als einen „Zusammenschluss der revolutionären Kräfte des kurdischen Volkes" dar. Die PUK kritisierte die KDP-Bashûr als feudalistisch und reaktionär. Der PUK schlossen sich außerdem die Liga der Arbeiter Kurdistans mit marxistisch-leninistischer Prägung an, und ebenso die Sozialistische Bewegung Kurdistans. Sie forderten eine radikale Agrarreform und die Industrialisierung des Irak, um den Sozialismus aufbauen zu können. Dafür wollten sie den „revolutionären Volkskampf" organisieren und suchten die Zusammenarbeit mit fortschrittlichen arabischen Kräften.
Die PUK entwickelte sich zeitweise zur stärksten militärischen und politischen Kraft Südkurdistans. Sie war vor allem in der Provinz Silêmanî präsent. Ende der 70er Jahre kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen der PUK und der KDP-Bashûr, die mit einer Niederlage für die PUK endeten. Seitdem hat es immer wieder bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen den beiden Parteien gegeben.

Als es 1976 zu massiven Vertreibungen in den Grenzgebieten zum Iran kam, erhielt die kurdische Bewegung großen Zulauf. Auch die PUK organisierte in den Bergen den bewaffneten Widerstand und kehrte mit dem Hauptquartier aus Damaskus nach Südkurdistan zurück. Nach den Giftgasangriffen während der Anfal-Operation musste sich die PUK weit in die Berge Richtung Iran zurückziehen.

1994/95 kam es erneut zum Krieg zwischen PUK und KDP, der schließlich auf einem Verhandlungsgipfel unter Leitung der USA und im Beisein der Türkei in Irland vorerst beigelegt wurde. 1996 unterhielt die PUK engere Beziehungen zur Arbeiterpartei Kurdistans, PKK und beteiligte sich an den Vorbereitungen für einen kurdischen Nationalkongress.